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Im Becken den Ton angeben


Im Becken den Ton angeben

WASSERBALL Den Reiz der Centerposition habe sie vor eineinhalb Jahren entdeckt, sagt Naemi Frei. Am Sonntag trifft die 17-Jährige mit dem SCW im Spitzenspiel der Frauenliga auf Basel.

Naemi Frei spielt im Zentrum. Direkt vor dem gegnerischen Tor. Im Mittelpunkt steht sie aber nicht gern. «Ich bin ein scheuer Mensch. Ein bisschen habe ich es jedoch überwunden», lacht die 17-Jährige. Beim Theaterspielen in der Primar- und Sekundarschule. Als Kind im Ballett. Und bei der Musik. Mit 11 spielte sie Cello, dann Klavier. In zweieinhalb Jahren wird sie an der Kantonsschule Im Lee die Matura mit musischem Profil machen. Also Bildnerisches Gestalten als Schwerpunktfach.

Lieber gemütlich zu Hause

Das Flair für Gestaltung hat sie vom Vater geerbt, der Bildhauer ist. «Ich war auch schon bei ihm im Atelier und habe in den Stein gehauen», erzählt die junge Winterthurerin. «Ich habe aber kein Projekt. Ich verbringe die Freizeit lieber mit Familie oder Freunden.» Und den Samstagvormittag als Trainerin in der SCW-Schwimmsportschule. Und drei Abende im Wasserballtraining.

Dabei, erinnert sich Naemi Frei, habe sie anfangs gar nicht ins Wasserball gehen wollen. «Ich fand es angenehm, zu Hause zu sein und fernzusehen, während meine Brüder ins Training gehen mussten.» Philip, Severin, Jeremy und Elijah: Sie alle spielten oder spielen im SC Winterthur Wasserball. Nach «ein bisschen schwimmen», wie sie sagt, und zwei Jahren Pause besuchte sie aber ein Meitlitraining. Seither ist Wasserball auch Naemi Freis Freizeitbeschäftigung.

«Nie an Center gedacht»

Mit Zipporah Nelson, Elin Siegrist, Fiona Schurter und Laura Stähelin, alle zeitgleich von Fiona Krüsi ins Wasserball eingeführt, spielt Frei inzwischen in der Frauen-Nationalliga. «Ich fühle mich wohl im Team, weil ich die Personen gut kenne, mit denen ich zusammenspiele.» 2016 wurden die Teenager mit Winterthur Schweizer Meister. Seit damals schult Naemi Frei um auf die Centerposition. Umringt von Gegnerinnen, hat sie diese Saison in fünf Partien zehn Tore geworfen.

«Dabei dachte ich am Anfang, ich sei eine Halbflügelspielerin», sagt sie. Der Halbflügel bilde den Halbkreis und werfe Tore. «Ich habe nie recht an die Centerposition gedacht.» Dann probierte sie es aus. Es machte Spass. «Man muss im Center nicht so viel schwimmen», schmunzelt sie. «Aber man muss seine Kraft einsetzen und kämpfen. Das musste ich früher mit meinem Brüdern auch.» Zudem könne man am Center tolle Tore werfen: «Backhand oder mit Drehen.» Mit Yvette van Westendorp und Katja Rauber wechselt sich Naemi Frei auf der neuen Position ab.

Ihr Ziel für diese Saison: den Meistertitel zurückerobern. «Wir haben eine schnelle Mannschaft.» Der Aufstieg ins Elite-Nationalteam ist noch kein Thema. Auch wegen des Drucks und der hohen Erwartungen. «Im Moment ist es gut, so wie es ist. In der Elite-Nationalmannschaft spielt man gegen die besten Frauenteams der Welt. Und das ist schon nochmals was anderes», sagt Naemi Frei. «Ich finde es wichtig, dass ich Spass habe. Es braucht im Training auch einmal eine lustige Übung oder einen Witz.» Das ist das Winterthurer Erfolgsrezept. Stefan Kleiser

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